Lipchan Basajeva
Die Vorsitzende der Organisation "Memorial" in Grosny, die die Gewalttaten des russischen Militärs gegen die Zivilbevölkerung Tschetscheniens dokumentiert, war im Herbst 2004 in akuter Gefahr, verhaftet zu werden. Die Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte hat sie deshalb auf Vorschlag der Gesellschaft für bedrohte Völker zu einem einjährigen Aufenthalt nach Hamburg eingeladen. Die Luise Rinser-Stiftung beteiligte sich an dessen Kosten.
Lipchan Basajeva engagiert sich seit 1994 gegen den Krieg in ihrem Land und kämpft für eine friedliche Lösung des Konflikts. Sie hat das Frauenzentrum "Zenskoje Dostoinstvo (Frauenwürde)" gegründet, in dem misshandelte und vergewaltigte Frauen Hilfe finden, sowie verschiedene Kooperativen zur Versorgung von Kriegswitwen. Sie setzt sich unermüdlich für die Einhaltung der Menschenrechte in ihrem Land ein.

Mit einigen anderen Bürgern Tschetscheniens klagte sie Russland vor dem Straßburger Gericht für Menschenrechte wegen seiner Verstöße gegen das Recht auf Leben und Unversehrtheit, auf Unverletzlichkeit des persönlichen Besitzes und auf Rechtshilfe an; am 25. Februar 2005 wurde Russland verurteilt.
Am 10. Dezember erhielt sie den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar, durch den "an Leib und Leben bedrohte Menschenrechtler in das Licht der Öffentlichkeit gesetzt und dadurch geschützt werden" sollen.
Im April 2007 ist sie nach Tschetschenien zurückgekehrt und setzt dort ihre Arbeit für den Frieden fort.